
Geschirrspültabs und Klarspüler: Warum die Inhaltsstoffe wichtig sind
Kurzfazit
Geschirrspülmittel und Klarspüler kommen regelmässig mit Tellern, Gläsern und Besteck in Kontakt. Besonders der Klarspüler wird dem letzten Spülwasser zugesetzt. Er verringert die Oberflächenspannung, damit das Wasser besser abläuft und weniger Kalkflecken entstehen. Der grösste Teil wird abgepumpt, Rückstände auf dem Geschirr sind jedoch möglich. Deshalb lohnt sich beim Klarspüler ein genauer Blick auf die Inhaltsstoffe und die richtige Dosierung.
Warum sind die Inhaltsstoffe wichtig?
Geschirrspülmittel muss Fett, Speisereste und Verfärbungen entfernen. Dafür enthält es je nach Produkt alkalische Bestandteile, Bleichmittel, Enzyme, Tenside und verschiedene Hilfsstoffe. Diese Substanzen erfüllen einen Zweck, sollten aber möglichst vollständig mit dem Spülwasser entfernt werden.
Der Klarspüler kommt erst während der letzten Spülphase hinzu. Seine Tenside sorgen dafür, dass das Wasser nicht in einzelnen Tropfen auf dem Geschirr stehen bleibt, sondern als dünner Film abläuft. Dadurch trocknet das Geschirr schneller und es entstehen weniger Kalkflecken.
Es wäre jedoch falsch zu behaupten, ein grosser Teil des Klarspülers bleibe auf dem Geschirr. Der überwiegende Teil wird mit dem Wasser abgepumpt. Weil danach normalerweise kein weiterer Spülgang mit reinem Wasser erfolgt, können aber Rückstände zurückbleiben. Eine möglichst einfache Zusammensetzung und die niedrigste funktionierende Dosierung sind deshalb sinnvoll.
Was zeigt die Studie zur Darmbarriere?
Eine 2023 veröffentlichte Laborstudie untersuchte Geschirrspülmittel und Klarspüler an menschlichen Darmzellen, Darmorganoiden und einem Darmmodell auf einem Chip.
Bestimmte Klarspüler-Rückstände beeinträchtigten im Labor die Darmzellen und machten die Zellbarriere durchlässiger. Als hauptsächlich verantwortlicher Inhaltsstoff wurden Alkoholethoxylate identifiziert. Dabei handelt es sich um eine Gruppe nichtionischer Tenside.
Die Ergebnisse sind ernst zu nehmen, beweisen aber nicht, dass jeder Klarspüler aus einer Haushaltsmaschine die Darmwand schädigt oder Krankheiten auslöst. Untersucht wurden hauptsächlich professionelle Systeme und Zellmodelle, keine langfristige Anwendung bei Menschen. Die Studie liefert dennoch einen guten Grund, Klarspüler mit Alkoholethoxylaten zu meiden und jedes Produkt möglichst niedrig zu dosieren.
Tabs oder Pulver?
Ein Tab ist bequem, enthält aber immer eine vorgegebene Menge. Diese passt nicht automatisch zur Beladung, Verschmutzung oder Wasserhärte. Viele Multitabs kombinieren Reiniger, Klarspüler und Enthärter. Dadurch lassen sich die einzelnen Bestandteile kaum gezielt einstellen.
Pulver kann genauer dosiert werden und ermöglicht es, Reiniger, Regeneriersalz und Klarspüler getrennt aufeinander abzustimmen. Das ist besonders bei sehr hartem Wasser sinnvoll – verlangt aber mehr Geduld bei der Einstellung.
Wenn ein Pulver im Alltag keine zufriedenstellenden Ergebnisse liefert, liegt das nicht automatisch an einer zu schwachen Reinigungsleistung. Häufige Ursachen sind:
- falsch eingestellte Wasserenthärtung
- fehlendes Regeneriersalz
- zu viel oder zu wenig Klarspüler
- feuchtes Dosierfach
- verschmutzte Filter oder Sprüharme
- falsch eingeräumtes Geschirr
- ein für die Verschmutzung zu schwaches Programm
So findest du die richtige Einstellung
Zuerst sollte die genaue örtliche Wasserhärte ermittelt werden. Danach werden Enthärtungsanlage, Regeneriersalz und Klarspüler passend eingestellt.
Je nach Geschirrwaschmittel müssen die Einstellungen der Geschirrwaschmaschiene dann verändert werden - z.B. Wasserhärte + 2 Stufen.
Wer Multitabs verwendet, sollte prüfen, ob bereits Klarspüler enthalten ist. Eine zusätzliche Dosierung kann sonst zu viel sein. Bei sehr hartem Wasser kann ein separates System trotzdem besser funktionieren – entscheidend sind die Angaben des Tab- und Maschinenherstellers.
Unsere Erfahrungen im Alltag
Produkt: Sonett Maschinenspülmittel
Testdauer: 1/2 Jahr
Bewertung: ~ Gute Zusammensetzung, aber einstellungsabhängig
Produktlink: Sonett Maschinenspülmittel ansehen
Wir sind von herkömmlichen Geschirrspültabs auf das pulverförmige Sonett Maschinenspülmittel umgestiegen. Mit dem Ergebnis sind wir bisher nur teilweise zufrieden. Das Geschirr wird nicht unter allen Bedingungen gleich zuverlässig sauber und besonders bei unserem sehr harten Wasser scheint die Abstimmung von Enthärtungsanlage, Regeneriersalz, Pulver und Klarspüler entscheidend zu sein.
Wir vermuten deshalb, dass wir noch nicht die optimale Einstellung gefunden haben. Das Pulver selbst enthält Silikate, Citrat, Natriumpercarbonat und Soda. Es kommt ohne Duftstoffe, Enzyme, Phosphate und chlorhaltige Bleichmittel aus. Die Zusammensetzung finden wir überzeugend, die Anwendung ist jedoch weniger unkompliziert als bei einem fertigen Tab.
Produkt: Sonett Klarspüler
Testdauer: 1/2 Jahr
Bewertung: ✓ Im Alltag bewährt
Produktlink: Sonett Klarspüler ansehen
Mit dem Sonett Klarspüler sind wir zufrieden – besonders dann, wenn wir ihn zusammen mit normalen Geschirrspültabs verwenden. Das zeigt für uns, dass die Schwierigkeiten wahrscheinlich eher beim Zusammenspiel aus Pulver, Wasserhärte und Maschineneinstellung liegen als beim Klarspüler selbst.
Der Klarspüler ist duftneutral und enthält pflanzlichen Alkohol, sulfatiertes Rizinusöl und ein Zuckertensid. Die in der Darmbarriere-Studie auffälligen Alkoholethoxylate sind in der aktuellen Inhaltsstoffdeklaration nicht aufgeführt. Das macht ihn für uns zu einem sinnvollen, inhaltsstoffbewussten Klarspüler.
Trotzdem dosieren wir ihn nicht höher als notwendig. Entstehen Schlieren, reduzieren wir die Einstellung. Bleiben klar abgegrenzte Kalkflecken zurück, kann sie schrittweise erhöht werden.
Vorteile
- Klarspüler ohne deklarierte Alkoholethoxylate
- keine Duftstoffe im Pulver oder Klarspüler
- Pulver lässt sich grundsätzlich bedarfsgerecht dosieren
- Pulver wird hauptsächlich im Recyclingkarton angeboten
- getrennte Einstellung von Reiniger, Salz und Klarspüler
- Sonett Klarspüler funktioniert bei uns zuverlässig
Nachteile
- bei sehr hartem Wasser anspruchsvoll einzustellen
- das Pulver überzeugt uns noch nicht in jedem Spülgang
- mehr Aufwand als bei einem fertigen Multitab
- Pulver kann Haut, Augen und Atemwege reizen
- Innentüte und Klarspülerflasche bestehen weiterhin aus Kunststoff
- auch ein inhaltsstoffbewusster Klarspüler ist nicht vollständig rückstandsfrei
Fazit
Der einfachste erste Schritt ist für uns ein genauer Blick auf den Klarspüler. Produkte mit Alkoholethoxylaten würden wir aufgrund der vorhandenen Laborergebnisse vermeiden und nur so hoch dosieren, wie es für ein gutes Trocknungsergebnis notwendig ist.
Pulver bietet mehr Kontrolle als ein fertiger Tab, funktioniert aber nur mit einer passenden Wasserenthärtung und Dosierung zuverlässig. Den Sonett Klarspüler können wir empfehlen. Beim Sonett Maschinenspülmittel sehen wir eine gute Zusammensetzung, haben bei unserem sehr harten Wasser aber noch nicht die optimale Einstellung gefunden. Sollte das dauerhaft nicht gelingen, ist ein praxistauglicher Tab mit bewusst gewählten Inhaltsstoffen für uns der ehrlichere Kompromiss.
Quellen und Stand
- Originalstudie: Auswirkungen von Geschirrspülmitteln und Klarspülern auf die Darmbarriere
- Universität Zürich: Klarspüler-Rückstände und die schützende Darmbarriere
- Umweltbundesamt: Geschirrspültabs und umweltbewusstes Spülen
- Sonett: Maschinenspülmittel – Inhaltsstoffe und Einstellung
- Sonett: Klarspüler – Inhaltsstoffe und Dosierung
- Sonett: Regeneriersalz und Wasserenthärtung
Stand der Prüfung: September 2026