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Cremes und Körperpflege: Was deine Haut wirklich braucht
Kurzfazit
Cremes und Körperpflegeprodukte bleiben häufig viele Stunden auf der Haut. Deshalb lohnt es sich, ihre Zusammensetzung genauer anzusehen.
Für viele Hautprobleme braucht es keine komplizierte Pflegeroutine. Eine milde, gut verträgliche Feuchtigkeitscreme reicht häufig aus. Besonders wirksam ist sie, wenn sie direkt nach dem Waschen oder Duschen auf die noch leicht feuchte Haut aufgetragen wird. Bei Akne sollte die Pflege nicht komedogen (die Creme soll die Poren möglichst nicht verstopfen) sein und zur jeweiligen Behandlung passen.
Zieht eine Creme vollständig in den Körper ein?
Die Haut ist keine offene Oberfläche, sondern eine wirksame Schutzbarriere. Der grösste Teil einer Feuchtigkeitscreme wirkt in der äussersten Hautschicht. Dort kann sie Wasser binden, raue Stellen glätten und die Verdunstung von Feuchtigkeit reduzieren.Ob und wie weit ein Stoff in die Haut eindringt, hängt unter anderem von seiner Molekülgrösse, Fettlöslichkeit, Konzentration und der gesamten Rezeptur ab. Die lange Tragedauer allein bedeutet nicht, dass sämtliche Inhaltsstoffe in den Körper gelangen.
Eine gereizte, verletzte oder entzündete Haut kann durchlässiger sein als eine gesunde Haut. Deshalb ist bei einer gestörten Hautbarriere eine kurze und gut verträgliche Rezeptur besonders wichtig.
Sind Paraffine in Cremes gefährlich?
Paraffine und andere Mineralölbestandteile werden aus Erdöl gewonnen. Auf der Inhaltsstoffliste können sie beispielsweise so bezeichnet sein:
- Paraffinum Liquidum
- Paraffin
- Petrolatum
- Cera Microcristallina
- Mineral Oil
Hoch gereinigte Mineralöle in zugelassenen Kosmetikprodukten gelten bei der Anwendung auf der Haut nach aktuellem Wissensstand nicht als gesundheitsschädlich. Sie werden kaum über die Haut aufgenommen und besitzen ein geringes Allergiepotenzial.
Mineralölbestandteile bilden einen schützenden Film auf der Haut und reduzieren den Wasserverlust. Das kann bei sehr trockener, rissiger oder erkrankter Haut sogar hilfreich sein.
Trotzdem kann es sinnvoll sein, aus ökologischen Gründen auf Paraffin zu verzichten. Es basiert auf einem fossilen Rohstoff und ist schlecht biologisch abbaubar. Pflanzenöle sind jedoch nicht automatisch nachhaltiger: Anbau, Verarbeitung, Transport und Flächenverbrauch müssen ebenfalls berücksichtigt werden.
Wir würden Paraffin deshalb nicht als akute Gesundheitsgefahr bezeichnen. Wenn eine paraffinfreie Creme gleich gut funktioniert, bevorzugen wir dennoch diese Alternative.
Was braucht meine Haut wirklich?
Vor dem Kauf einer neuen Creme sollte zuerst geklärt werden, welches Problem behandelt werden soll.
Mögliche Gründe für eine Creme sind:
- trockene oder spannende Haut
- eine geschädigte Hautbarriere
- Reizungen nach dem Duschen
- trockene Haut durch eine Aknebehandlung
- Schutz vor Kälte oder Reibung
- eine diagnostizierte Hauterkrankung
Eine Feuchtigkeitscreme besteht meistens aus drei wichtigen Bestandteilen:
- Feuchthaltemittel wie Glycerin binden Wasser in der oberen Hautschicht.
- Rückfettende Stoffe wie Pflanzenöle oder bestimmte Lipide glätten und pflegen die Haut.
- Schützende Stoffe reduzieren die Verdunstung von Wasser.
Es braucht nicht möglichst viele Wirkstoffe. Eine einfache Creme, welche die Haut gut verträgt, ist häufig sinnvoller als mehrere Seren, Öle und Spezialprodukte übereinander.
Wann sollte ich mich eincremen?
Der beste Zeitpunkt ist direkt nach dem Duschen, Baden oder Waschen. Die Haut wird nur sanft abgetupft, sodass sie noch leicht feucht bleibt. Anschliessend wird die Creme aufgetragen.
Die Creme transportiert das Wasser nicht direkt in die Hautzellen. Sie reduziert vor allem die Verdunstung und hilft dadurch, die vorhandene Feuchtigkeit in der oberen Hautschicht zu halten.
Zusätzlich helfen:
- kurz und nicht zu heiss duschen
- milde Reinigungsprodukte verwenden
- nur die wirklich notwendigen Körperstellen einseifen
- die Haut nicht kräftig trockenreiben
- bei trockener Haut eine duftstofffreie Creme verwenden
- nur so oft cremen, wie es die Haut benötigt
Welche Pflege ist bei Akne sinnvoll?
Akne entsteht nicht einfach durch zu wenig Feuchtigkeit. Eine Feuchtigkeitscreme behandelt die eigentliche Ursache der Akne deshalb nicht.
Viele wirksame Aknebehandlungen mit Benzoylperoxid, Salicylsäure, Retinoiden oder Isotretinoin können die Haut jedoch stark austrocknen und reizen. Eine passende Feuchtigkeitspflege hilft der Haut, diese Behandlung besser zu vertragen.
Bei unreiner oder zu Akne neigender Haut sollte eine Creme möglichst als „nicht komedogen“ oder „für unreine Haut geeignet“ gekennzeichnet sein. Starkes Schrubben und aggressive alkoholhaltige Produkte können die Haut zusätzlich reizen und die Situation verschlechtern.
Bei schwerer, schmerzhafter oder vernarbender Akne sollte die Behandlung dermatologisch begleitet werden.
Muss ich meine bisherige Creme sofort ersetzen?
Nein. Wenn du deine bisherige Creme gut verträgst, kannst du sie in Ruhe aufbrauchen.
Ein Wechsel ist sinnvoll, wenn die Creme:
- Brennen oder Juckreiz verursacht
- Rötungen auslöst
- die Poren sichtbar verstopft
- die Haut dauerhaft fettig und unangenehm hinterlässt
- sehr stark parfümiert ist und die Haut reizt
- nicht zum eigentlichen Hautproblem passt
Auch bei einer guten Zusammensetzung ist die persönliche Verträglichkeit entscheidend.
Umwelt & Gesundheit
Cremes und Körperpflegeprodukte verursachen Abfall durch Tuben, Pumpflaschen, Tiegel und Umverpackungen. Zusätzlich können schwer biologisch abbaubare Silikone und synthetische Polymere enthalten sein.
Nicht jeder synthetische Inhaltsstoff ist automatisch gesundheitsschädlich. Für die Umwelt kann es trotzdem sinnvoll sein, unnötig komplizierte Rezepturen und aufwendige Verpackungen zu vermeiden.
Wir achten deshalb auf:
- eine möglichst einfache Rezeptur
- gute Hautverträglichkeit
- wenig oder keine Duftstoffe
- eine sparsame Dosierung
- vollständig aufgebrauchte Produkte
- möglichst wenig Verpackung
- Nachfüllsysteme, wenn sie hygienisch funktionieren
Unsere Erfahrungen im Alltag
Produkt: Avène Tolérance HYDRA-10 Feuchtigkeitscreme
Testdauer: Mehrere Monate
Bewertung: ✓ Bewährt
Produktlink: Klick hier
Wir verwenden die Avène Tolérance HYDRA-10 Feuchtigkeitscreme seit mehreren Monaten. Sie eignet sich besonders für trockene bis sehr trockene und empfindliche Haut. Die Creme kann morgens und abends auf das Gesicht, den Hals und bei guter Verträglichkeit auch auf die Augenpartie aufgetragen werden.
Die Zusammensetzung ist ausgesprochen kurz und umfasst lediglich zehn Inhaltsstoffe. Glycerin und Hyaluronsäure binden Feuchtigkeit in der oberen Hautschicht. Sheabutter und pflanzlich basierte Fettbestandteile machen die Haut geschmeidig und reduzieren den Wasserverlust.
Die Creme enthält kein Paraffin, kein klassisches Mineralöl, keine Silikone, keine PEG-Verbindungen und keine synthetischen Acrylatpolymere. Sie kommt ausserdem ohne Parfum und ohne klassische Konservierungsstoffe aus. Das ist gerade bei empfindlicher oder schnell gereizter Haut ein grosser Vorteil.
Damit die konservierungsmittelfreie Rezeptur hygienisch geschützt bleibt, verwendet Avène eine spezielle luftdichte Pumpverpackung. Laut Hersteller stammen sämtliche Inhaltsstoffe aus natürlichem Ursprung.
Die Creme wird von Avène auch innerhalb der nicht komedogenen Hautpflege geführt. Sie ist deshalb grundsätzlich für Haut geeignet, die zu verstopften Poren neigt. Bei sehr fettiger Haut kann die reichhaltige Textur trotzdem zu schwer sein. Dafür bietet Avène ein leichteres HYDRA-10 Feuchtigkeitsfluid an.
Die Tolérance HYDRA-10 behandelt keine Akne und ersetzt keine medizinische Therapie. Sie ist eine einfache Feuchtigkeitspflege, welche die Hautbarriere unterstützt und trockene oder spannende Haut versorgt.
Vorteile
- sehr kurze Rezeptur mit zehn Inhaltsstoffen
- ohne Parfum
- ohne klassische Konservierungsstoffe
- ohne Paraffin und Mineralöl
- ohne Silikone
- ohne PEG-Verbindungen
- ohne synthetische Acrylatpolymere
- enthält Glycerin und Hyaluronsäure
- enthält pflegende Sheabutter
- luftdichte und hygienische Pumpverpackung
- für empfindliche Haut entwickelt
- laut Hersteller nicht komedogen
- seit mehreren Monaten bei uns im Einsatz
Nachteile
- für fettige Haut möglicherweise zu reichhaltig
- Kunststoffverpackung
- Pumpverpackung kann die vollständige Entleerung erschweren
- besitzt keinen Lichtschutzfaktor
- behandelt keine Akne oder andere Hauterkrankungen
- höherer Preis als einfache Feuchtigkeitscremes
- eine individuelle Unverträglichkeit bleibt möglich
Fazit
Für die tägliche Feuchtigkeitspflege braucht es häufig keine komplizierte Mischung aus zahlreichen Wirkstoffen. Die Avène Tolérance HYDRA-10 zeigt, dass eine kurze Rezeptur aus Feuchthaltemitteln, pflegenden Fettbestandteilen und wenigen Hilfsstoffen ausreichen kann.
Besonders überzeugend finden wir den Verzicht auf Duftstoffe, Paraffin, Silikone, PEG-Verbindungen und klassische Konservierungsstoffe. Die Creme ist für trockene und empfindliche Haut eine sehr gute, unkomplizierte Lösung und hat sich bei uns über mehrere Monate bewährt.
Bei sehr fettiger Haut kann die leichtere Fluid-Variante besser passen. Bei Akne oder einer anderen Hauterkrankung bleibt die Creme eine unterstützende Pflege und ersetzt nicht die eigentliche Behandlung.
Quellen und Stand
- American Academy of Dermatology: Feuchtigkeitspflege bei trockener Haut
- American Academy of Dermatology: Feuchtigkeitspflege bei Akne
- Bundesinstitut für Risikobewertung: Mineralöl in kosmetischen Produkten
- Avène: Tolérance HYDRA-10 Feuchtigkeitscreme und Inhaltsstoffe
- Avène: Übersicht nicht komedogener Hautpflege
Stand der Prüfung: September 2026