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Warum du Teebeutel und Kaffeekapseln ersetzen solltest

Warum du Teebeutel und Kaffeekapseln ersetzen solltest

Kurzfazit

Teebeutel und Kaffeekapseln kommen bei hohen Temperaturen direkt mit unserem Getränk in Kontakt. Kunststoffhaltige Teebeutel können dabei grosse Mengen Mikro- und Nanoplastik freisetzen. Auch bei Kaffeekapseln wurden verschiedene Kunststoffchemikalien im fertigen Getränk nachgewiesen. Loser Tee im Edelstahlfilter und handgefilterter Kaffee aus Glas sind einfache Alternativen, die gleichzeitig Einwegabfall und Kunststoffkontakt reduzieren.

Warum Teebeutel und Kaffeekapseln problematisch sind

Besonders kritisch sind transparente oder seidenglänzende Pyramidenbeutel. Sie bestehen häufig aus Nylon, PET, Polypropylen oder PLA. Diese Beutel sehen hochwertig aus, werden aber direkt in beinahe kochendes Wasser gelegt.

In einer viel beachteten Untersuchung setzte ein einzelner Kunststoffteebeutel bei 95 °C rund 11,6 Milliarden Mikroplastikpartikel und 3,1 Milliarden Nanoplastikpartikel frei. Spätere Untersuchungen kamen je nach Material und Messmethode auf unterschiedliche Mengen, bestätigten aber das grundlegende Problem: Kunststoffhaltige Filterbeutel geben beim Aufbrühen Partikel ab. Die Freisetzung nimmt mit Temperatur und Ziehzeit zu.

Auch ein Teebeutel, der wie Papier aussieht, muss nicht vollständig plastikfrei sein. Viele Papier- oder Zellulosebeutel enthalten thermoplastische Fasern, damit sich die Ränder durch Hitze verschliessen lassen. Dabei handelt es sich nicht einfach um einen sichtbaren Klebstoff, sondern häufig um Kunststofffasern, die Teil des Filtermaterials oder der Versiegelung sind.

Beim Kapselkaffee wird heisses Wasser unter Druck durch eine Einwegkapsel geleitet. Je nach System besteht die Kapsel aus Kunststoff, Aluminium mit Beschichtung oder einem Materialverbund. Untersuchungen fanden in Kapselkaffee unter anderem Bisphenole, Benzophenon, Nonylphenol und Phthalate. In Labortests zeigten untersuchte Kapselkaffees eine schwache, aber messbare östrogene Aktivität.

Auch Kaffeevollautomaten sind nicht automatisch frei von Kunststoffkontakt. Wassertank, Leitungen, Ventile, Brühgruppe und Auslauf können je nach Modell Kunststoff oder Silikon enthalten. Welche Teile tatsächlich mit heissem Wasser oder Kaffee in Berührung kommen, muss für jedes Gerät einzeln geprüft werden. Das Mahlwerk allein ist dafür weniger entscheidend als der Weg des heissen Wassers.

Muss ich Teebeutel und Kaffeekapseln wirklich ersetzen?

Unsere Antwort lautet: Ja, besonders kunststoffhaltige Teebeutel und Einwegkapseln lassen sich sehr einfach vermeiden.

Einen vorhandenen Kaffeevollautomaten musst du deswegen aber nicht vorsorglich ersetzen. Anders als beim Teebeutel liegt das Kunststoffmaterial nicht mehrere Minuten im heissen Getränk. Der Kontakt des Wassers mit Leitungen und anderen Bauteilen ist meist deutlich kürzer. Welche Materialien mit dem heissen Wasser in Berührung kommen, unterscheidet sich jedoch je nach Modell.

Solange die Maschine einwandfrei funktioniert, regelmässig gereinigt wird und keine beschädigten Bauteile aufweist, kannst du sie weiterverwenden. Bei einem späteren Neukauf lohnt es sich, auf einen möglichst kunststoffarmen Weg des heissen Wassers und gut austauschbare Bauteile zu achten, oder gleich auf eine plastikfreie Alternative umzusteigen (siehe nachfolgenden Text).

  • Kunststoffhaltige Teebeutel: möglichst sofort durch losen Tee ersetzen.
  • Einwegkapseln: auf Bohnen oder gemahlenen Kaffee umsteigen.
  • Vorhandener Kaffeevollautomat: weiterverwenden und regelmässig reinigen.
  • Beim nächsten Gerätekauf: Materialien im Wassertank, Leitungssystem und Brühbereich prüfen.

Welche Alternativen sind sinnvoll?

Für Tee empfehlen wir losen Tee und einen geräumigen Edelstahl-Dauerfilter. Für eine einzelne Tasse funktioniert auch ein Tee-Ei oder eine Teezange. Bei einer ganzen Kanne ist ein grösseres Teesieb sinnvoller.

Auch bei losem Tee lohnt sich ein Blick auf die Verpackung. Manche Papierbeutel besitzen innen eine Kunststoffbarriere. Besser sind Nachfüllangebote oder Verpackungen, deren Innenmaterial klar angegeben wird. Trotzdem hat loser Tee einen entscheidenden Vorteil: Die Verpackung wird nicht zusammen mit dem Tee in beinahe kochendes Wasser gelegt.

Beim Kaffee verwenden wir einen Pour-over-Kaffeebereiter aus Borosilikatglas. Dabei wird ein Papierfilter in einen Glastrichter eingesetzt und das Wasser von Hand über das Kaffeepulver gegossen. So kommen heisses Wasser und Kaffee während des Brühens nicht mit Kunststoff in Berührung .

Achtung, da das Wasser im Wasserkocher erhitzt wird, lohnt sich auch ein Blick in den Wasserkocher. Hier findest du den passenden Beitrag: Hier klicken 

Umwelt

Ein Teebeutel wird nur wenige Minuten verwendet und danach entsorgt. Enthält er Kunststofffasern, gehört er nicht vollständig in den Bioabfall oder Kompost. Bei Kaffeekapseln kommen zur kurzen Nutzungsdauer zusätzlich Aluminium, Kunststoff, Beschichtungen und verbleibender Kaffeesatz hinzu. Solche Materialverbunde sind aufwendig zu trennen.

Loser Tee und gemahlener Kaffee benötigen keine Portionsverpackung für jede Tasse. Das Edelstahl-Teesieb und die Glaskaraffe können viele Jahre verwendet werden. Papierfilter und Kaffeesatz lassen sich entsorgen oder kompostieren, sofern der Filter keine Kunststoffbeschichtung enthält.

Gesundheit

Mikro- und Nanoplastik sind nicht dasselbe. Grössere Partikel werden wahrscheinlich zu einem grossen Teil wieder ausgeschieden. Sehr kleine Mikroplastikpartikel können jedoch an der Darmbarriere wirken. Nanoplastik ist noch kleiner und kann leichter mit Zellen und biologischen Barrieren interagieren.

Bei kunststoffhaltigen Teebeuteln ist der direkte Übergang von Mikro- und Nanoplastik in das Getränk nachgewiesen. Das heisse Wasser umspült den Beutel mehrere Minuten lang, während das Getränk anschliessend vollständig konsumiert wird. Deshalb gehören solche Beutel für uns zu den offensichtlichsten und am einfachsten vermeidbaren Quellen.

Kunststoffe können neben den eigentlichen Partikeln auch Zusatz-, Ausgangs- und Abbauprodukte enthalten. Bestimmte Bisphenole und Phthalate können hormonelle Signalwege beeinflussen. Untersuchungen von Kapselkaffee zeigen, dass solche Stoffe tatsächlich im fertigen Getränk nachweisbar sein können. Die gemessenen Mengen lagen in einzelnen Untersuchungen zwar unter bestehenden Grenzwerten. Für uns ist das dennoch kein Grund, eine täglich wiederkehrende und leicht vermeidbare Kontaktquelle beizubehalten.

Eine einzelne Tasse Tee oder Kaffee macht nicht unmittelbar krank. Entscheidend ist die wiederholte Gesamtbelastung aus vielen alltäglichen Quellen. Teebeutel und Kaffeekapseln lassen sich ohne grossen Verzicht ersetzen – genau deshalb sehen wir hier einen besonders sinnvollen Hebel.

Unsere Empfehlungen aus dem Alltag

Für Tee

Produkt: Edelstahl-Tee-Ei von GastroMax

Testdauer: mehrere Jahre

Bewertung: ✓ Bewährt

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Wir verwenden losen Tee und geben ihn direkt in ein wiederverwendbares Edelstahl-Teesieb. Für eine Tasse eignet sich ein Tee-Ei oder eine Teezange, für eine Kanne ein grösserer Filterkorb. Nach dem Ziehen wird das Sieb geleert, abgespült und kann direkt wiederverwendet werden.

Für Kaffee

Produkt: Pour-over-Kaffeebereiter aus Borosilikatglas von Lalord

Testdauer: 1/2 Jahr

Bewertung: ✓ Bewährt

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Für unseren Kaffee erhitzen wir das Wasser separat und giessen es von Hand über einen Papierfilter. Der Trichter und die Kanne bestehen vollständig aus Borosilikatglas. Die Zubereitung dauert etwas länger als bei einer Kapselmaschine, dafür können wir direkt eine grössere Menge vorbereiten. Seit dem Umstieg trinken wir automatisch etwas weniger und dafür bewusster Kaffee. Bei uns kam das erste Mal das Trichterglas zerstört an (ist etwas zu dünn wenn es nach uns geht)

Hinweis: Bei diesen Links handelt es sich um Affiliate-Links. Wenn du darüber etwas kaufst, erhalten wir möglicherweise eine kleine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht.

Vorteile

  • Deutlich weniger Kontakt zwischen heissem Wasser und Kunststoff
  • Keine einzelnen Kunststoffteebeutel oder Kaffeekapseln
  • Tee und Kaffee lassen sich individuell dosieren
  • Wiederverwendbare und langlebige Hilfsmittel
  • Weniger Verpackungsabfall
  • Bewusstere Zubereitung

Nachteile

  • Die Zubereitung dauert etwas länger
  • Teesieb und Glaskanne müssen von Hand gereinigt werden
  • Loser Tee ist unterwegs weniger bequem
  • Papierfilter müssen regelmässig nachgekauft werden
  • Glas kann bei einem Sturz zerbrechen

Quellen und Stand

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