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 Wasserkocher oder Plastikkocher? Was wirklich in deiner Tasse landet

Wasserkocher oder Plastikkocher? Was wirklich in deiner Tasse landet

Kurzfazit

Bei einem Wasserkocher aus Kunststoff kommt das Wasser während des gesamten Aufheizens direkt mit dem Material in Berührung. Untersuchungen zeigen, dass Kunststoff-Wasserkocher beim Kochen Mikro- und Nanoplastik freisetzen können.

Für uns gehört ein Wasserkocher mit vollständig kunststoffbeschichtetem Innenraum deshalb zu den Geräten, die wir möglichst bald ersetzen würden. Ein elektrisches Modell mit Edelstahl-Innenraum ist schnell, praktisch und bereits zu einem vernünftigen Preis erhältlich. Kunststoff an der Aussenseite ist deutlich weniger problematisch, solange er das Wasser nicht berührt.

Warum Wasserkocher aus Kunststoff problematisch sein können

Ein Wasserkocher wird teilweise mehrmals täglich verwendet. Dabei wird das Wasser innerhalb weniger Minuten von Raumtemperatur bis zum Siedepunkt erhitzt.

Bei einem Modell aus Kunststoff berührt das heisse Wasser fast die gesamte Innenfläche. Hinzu kommen der heisse Wasserdampf und möglicherweise eine Warmhaltefunktion, welche die Kontaktzeit zusätzlich verlängert.

Eine Untersuchung aus dem Jahr 2025 konnte Mikro- und Nanoplastik aus Wasserkochern aus Polypropylen eindeutig nachweisen. Neue Geräte setzten anfangs besonders viele Partikel frei. Die Menge nahm mit der Nutzung ab, dennoch wurden auch nach 150 Kochvorgängen weiterhin Kunststoffpartikel im Wasser gefunden.

Damit ist klar: Kunststoff-Wasserkocher können eine regelmässige Quelle für Mikro- und Nanoplastik im Trinkwasser sein. Hier findest du übrigens den Beitrag zum Tee- und Kaffeekochen: Hier klicken

Muss ich meinen Kunststoff-Wasserkocher wirklich ersetzen?

Unsere Antwort lautet: Besteht der gesamte Innenraum aus Kunststoff, würden wir den Wasserkocher möglichst bald durch ein Modell mit Edelstahl- oder Glasinnenraum ersetzen.

Besonders wichtig ist ein Austausch, wenn:

  • die Innenfläche rau oder zerkratzt ist
  • sich das Material verfärbt
  • der Wasserkocher ungewöhnlich riecht
  • Kunststoffteile spröde oder beschädigt sind
  • Wasser über längere Zeit warmgehalten wird

Hat dein Wasserkocher nur einen Kunststoffdeckel, ein kleines Sichtfenster oder einen abgedichteten Fühler, ist die Kontaktfläche wesentlich kleiner. Ein solches Gerät würden wir weiterverwenden und beim nächsten notwendigen Kauf durch eine noch bessere Lösung ersetzen.

Den Deckel solltest du beim Ausgiessen nicht eigens öffnen. Heisser Dampf kann zu Verbrühungen führen, und der Kontakt mit dem Deckel hat während des Kochens ohnehin bereits stattgefunden.

Worauf sollte ich beim Kauf achten?

Die Bezeichnung „Edelstahl-Wasserkocher“ bedeutet nicht automatisch, dass im Inneren kein Kunststoff vorhanden ist. Entscheidend ist, welche Materialien das Wasser und der heisse Dampf tatsächlich berühren.

Achte deshalb auf:

  • einen Innenbehälter aus Edelstahl oder Glas
  • möglichst wenig Kunststoff an der Deckelunterseite
  • ein verdecktes Heizelement
  • möglichst kleine Kunststoffteile im Wasserbereich
  • eine automatische Abschaltung
  • einen gut schliessenden Deckel
  • eine nachvollziehbare Angabe der Innenmaterialien

Ein Kunststoffgehäuse an der Aussenseite ist für uns ein vertretbarer Kompromiss. Bei doppelwandigen Geräten dient es häufig als Wärmeisolierung und kommt nicht mit dem Wasser in Kontakt.

Auch die Angabe „BPA-frei“ bedeutet lediglich, dass kein Bisphenol A verwendet wurde. Sie sagt nicht, dass der Wasserkocher kunststofffrei ist oder keine Kunststoffpartikel freisetzen kann.

Welche Alternativen sind sinnvoll?

Ein elektrischer Wasserkocher mit Edelstahl-Innenraum ist für uns die beste Kombination aus wenig Kunststoffkontakt, Geschwindigkeit und Alltagstauglichkeit.

Ein elektrischer Wasserkocher aus Glas macht den Wasserstand sichtbar. Allerdings befinden sich bei vielen Modellen weiterhin Kunststoffteile am Deckel, Filter oder Boden. Glas kann zudem zerbrechen.

Ein Wasserkessel aus Edelstahl für den Herd kommt je nach Bauweise vollständig ohne Kunststoff aus. Er benötigt aber meist mehr Zeit, bietet keine automatische Abschaltung und ist im hektischen Familienalltag weniger praktisch.

Deshalb verwenden wir weiterhin einen elektrischen Wasserkocher.

So verwenden wir den Wasserkocher

Wir füllen nur so viel Wasser ein, wie wir tatsächlich benötigen. Dadurch kocht es schneller und es wird weniger Energie verbraucht.

Ausserdem:

  • verwenden wir nach Möglichkeit keine Warmhaltefunktion
  • lassen wir das restliche Wasser nicht stundenlang im Gerät stehen
  • entkalken wir den Innenraum regelmässig
  • kontrollieren wir Dichtungen und kleine Kunststoffteile
  • ersetzen wir beschädigte Teile oder das gesamte Gerät

Ein neuer Kunststoff-Wasserkocher sollte nach den Herstellerangaben vorbereitet werden. Forschende empfehlen, die ersten Kochfüllungen wegzuschütten, weil neue Geräte besonders viele lose Kunststoffpartikel freisetzen können. Für uns bleibt ein Edelstahl-Innenraum trotzdem die bessere Lösung.

Umwelt

Ein elektrischer Wasserkocher erhitzt Wasser schnell und mit relativ geringen Wärmeverlusten. Der grösste Hebel beim Energieverbrauch ist, nur die tatsächlich benötigte Wassermenge aufzukochen und auf langes Warmhalten zu verzichten.

Beim Neukauf achten wir ausserdem auf eine robuste Verarbeitung und eine möglichst lange Nutzungsdauer. Ein hochwertiger Wasserkocher, der über viele Jahre verwendet wird, ist sinnvoller als ein Gerät, das wegen spröder Kunststoffteile früh ersetzt werden muss.

Das alte Gerät sollte über die vorgesehene Sammelstelle für Elektrogeräte entsorgt werden.

Gesundheit

Die Freisetzung von Mikro- und Nanoplastik aus Kunststoff-Wasserkochern ist inzwischen direkt nachgewiesen. Was daraus nicht abgeleitet werden kann: dass jeder Kunststoff-Wasserkocher automatisch eine bestimmte Krankheit verursacht.

Für unsere Entscheidung reicht jedoch die gesicherte Erkenntnis, dass Kunststoffpartikel in das täglich verwendete Wasser gelangen können. Dieser Kontakt ist vermeidbar, da Wasserkocher mit Edelstahl-Innenraum gut verfügbar und nicht wesentlich komplizierter zu bedienen sind.

Der Wasserkocher ist deshalb für uns ein sinnvoller und vergleichsweise einfacher Schritt auf dem Weg zu einer plastikärmeren Küche.

Unser Wasserkocher im Alltag

Produkt: Trisa Digital Boil

Testdauer: 1 Jahr

Bewertung: Kompromiss

Produktlink: [Hier ansehen]

Unser Wasserkocher besteht aussen teilweise aus Kunststoff, besitzt innen aber hauptsächlich eine Oberfläche aus Edelstahl. Lediglich ein kleiner abgedichteter Fühler befindet sich im Innenraum. Seine Kontaktfläche ist im Vergleich zu einem vollständig aus Kunststoff bestehenden Innenbehälter sehr klein.

Für uns ist das ein guter Kompromiss: Das Wasser kocht schnell und mit einem Knopfdruck, während der direkte Kontakt mit Kunststoff deutlich reduziert wird.

Vorteile

  • Deutlich weniger Kunststoffkontakt mit kochendem Wasser
  • Schnell und alltagstauglich
  • Automatische Abschaltung
  • Modelle zu vernünftigen Preisen erhältlich
  • Isoliertes Kunststoffgehäuse bleibt teilweise kühler
  • Einfach zu reinigen und zu entkalken

Nachteile

  • Nicht immer vollständig kunststofffrei
  • Deckel, Dichtungen oder Fühler können Kunststoff enthalten
  • Materialangaben sind teilweise ungenau
  • Edelstahl-Innenraum kann Kalkflecken zeigen
  • Ein elektrisches Gerät lässt sich nicht immer reparieren

Quellen und Stand

Stand der Prüfung: August 2026

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