Pflege, Hygiene & Beauty

Warum ein Wasserfilter trotz guter Wasserqualität sinnvoll sein kann: Waterdrop 10UA im Langzeittest
Kurzfazit
Der Waterdrop 10UA ist für uns eine einfache und vergleichsweise kostengünstige Ergänzung unter der Küchenspüle. Der Filterwechsel gelingt schnell, der Wasserdruck bleibt alltagstauglich und die Reduktion von Chlor sowie störendem Geschmack und Geruch ist nach NSF/ANSI 42 zertifiziert.
Einen deutlichen geschmacklichen Unterschied bemerken wir bei unserem Leitungswasser nicht.
Gemäss dem Hersteller werden PFAS, Arzneimittel, Hormone oder Pestizidrückstände reduziert. Für diese Stoffgruppen konnten wir jedoch beim Modell 10UA auch keine entsprechende produktspezifische Zertifizierung finden, durch den Aktivkohleblock ist es aber denkbar. Wegen der Kunststoffkartusche und des regelmässigen Abfalls bleibt das System für uns ein Kompromiss.
Darauf haben wir geachtet
- Einfache Installation unter der Küchenspüle
- Aufwand beim Wechsel der Filterkartusche
- Veränderung des Wasserdrucks
- Geschmack des gefilterten Wassers
- Tägliche Nutzung durch die ganze Familie
- Kosten der Ersatzkartuschen
- Kunststoffanteil und entstehender Abfall
- Filterleistungen
Getestetes Produkt
Aktivkohlefilter für den Wasserhahn in der Familienküche
Produkt: Waterdrop 10UA Untertisch-Wasserfiltersystem mit WD-RF10-Filterkartusche
Testdauer: rund 3 Jahre
Bewertung: ~ Kompromiss
Produktlink: Hier ansehen
Der Waterdrop 10UA ist seit drei Jahren unter unserer Küchenspüle installiert. Das gefilterte Wasser kommt direkt aus dem vorhandenen Wasserhahn und wird von der ganzen Familie hauptsächlich als Trinkwasser genutzt.
Der Wechsel der WD-RF10-Kartusche ist unkompliziert: Wir stellen das Wasser ab, drehen die alte Kartusche aus der Halterung und setzen die neue ein. Obwohl für die Kartusche je nach Anbieter eine Nutzungsdauer von bis zu zwölf Monaten genannt wird, wechseln wir sie vorsorglich ungefähr alle sechs Monate. Der kürzere Wechselintervall beruht auf unserer persönlichen Vorsicht und ist kein eigenes Messergebnis.
Der Wasserdruck ist durch den Filter etwas geringer, bleibt für uns aber gut alltagstauglich. Beim Einschenken von Trinkwasser öffnen wir den Hahn bewusst nicht vollständig, damit das Wasser langsamer durch den Filter fliesst und somit gemäss unserer Logik der Filter mehr Zeit hat um Schadstoffe zu filtern.
Geschmacklich stellen wir bei unserem grundsätzlich guten Leitungswasser keinen grossen Unterschied fest. Wir verwenden den Filter trotzdem weiter und würden ihn erneut kaufen.
Die benötigte WD-RF10-Ersatzkartusche ist hier erhältlich:




Vorteile
- Seit drei Jahren zuverlässig im Familienalltag im Einsatz
- Schneller und einfacher Kartuschenwechsel
- Direkter Anschluss an den vorhandenen Wasserhahn
- Nur geringe Einschränkung des Wasserdrucks
- Zertifizierte Reduktion von Chlor sowie störendem Geschmack und Geruch
- Für uns vergleichsweise überschaubare Anschaffungs- und Folgekosten
- Keine zusätzliche Armatur auf der Küchenspüle notwendig
Nachteile
- Filterkartusche und Gehäuseteile bestehen aus Kunststoff
- Bei unserem Wechselintervall fällt ungefähr alle sechs Monate eine Kartusche als Abfall an
- Bei unserem Leitungswasser kaum ein geschmacklicher Unterschied feststellbar
- Tatsächliche Filterwirkung in unserem Haushalt wurde nicht gemessen
- Keine belegte produktspezifische Reduktion von PFAS Arzneimitteln Hormonen oder Pestiziden gefunden
- Wasserdruck wird leicht reduziert
- Langsameres Öffnen des Wasserhahns beruht auf unserer persönlichen Vorsicht
Umwelt & Gesundheit
Das Schweizer Trinkwasser ist laut Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen grundsätzlich von guter Qualität und wird regelmässig kontrolliert. Ob ein zusätzlicher Wasserfilter sinnvoll ist, hängt deshalb von der lokalen Wasserqualität, den Hausleitungen und dem persönlichen Ziel ab. In gewissen Schweizer Wasserversorgungen werden geringe Mengen Chlorverbindungen zur Desinfektion oder zum Schutz des Leitungsnetzes eingesetzt. Der SVGW weist darauf hin, dass diese Mengen für Menschen meist nicht wahrnehmbar sind. Ein Aktivkohlefilter kann dennoch sinnvoll sein, wenn Chlor, Geruch oder Geschmack als störend empfunden werden.
Der Waterdrop 10UA ist laut Hersteller nach NSF/ANSI 42 für die Reduktion von Chlor sowie störendem Geschmack und Geruch zertifiziert. NSF/ANSI 42 betrifft vor allem ästhetische Eigenschaften des Wassers. Die ebenfalls angegebene Zertifizierung nach NSF/ANSI 372 bezieht sich auf den Bleigehalt der im Filtersystem verwendeten Materialien. Sie belegt nicht, dass der Filter Blei aus dem Trinkwasser entfernt.
Der Hersteller nennt: Reduktion von PFAS, PFOA/PFOS, Blei, Chlor, Schlechten Geschmack & Geruch. Für eine zertifizierte Reduktion gesundheitlich relevanter Stoffe wären jedoch konkrete produktspezifische Leistungsnachweise entscheidend. Beim von uns getesteten 10UA mit WD-RF10 fanden wir keine Zertifizierung nach NSF/ANSI 53 oder NSF/ANSI 401 (Zertifizierungen zur Reduktion von div. Schadstoffen). Wir haben unser Wasser vor und nach dem Filter nicht analysieren lassen. Der Filter ist für uns daher eine vorsorgliche Ergänzung und kein Nachweis dafür, dass unser Leitungswasser belastet oder nach der Filtration gesundheitlich besser ist.
Aktivkohle besitzt nur eine begrenzte Aufnahmekapazität. Wir wechseln die Kartusche deshalb vorsorglich ungefähr alle sechs Monate statt erst nach der maximal angegebenen Nutzungsdauer (12 Monate). Wann die Kapazität unter unseren Bedingungen tatsächlich erreicht ist, wissen wir ohne Messung nicht.
Aus Umweltsicht ist die regelmässig zu ersetzende Kunststoffkartusche ein klarer Nachteil. Das System ist deshalb keine plastikfreie Lösung. Positiv ist für uns, dass wir weiterhin Leitungswasser trinken und kein abgefülltes Wasser für den täglichen Gebrauch benötigen.
Unabhängig vom Waterdrop-System sollte auch ein vorhandener Haupt- oder Sedimentfilter des Hauses nach den geltenden Vorgaben gewartet, rückgespült oder gewechselt werden. Wir verwenden dafür inzwischen ein auswaschbares Edelstahlgitter. Dieser Vorfilter hält vor allem gröbere Partikel wie Sand, Rost und Sedimente zurück und erfüllt eine andere Aufgabe als der Aktivkohlefilter unter der Küchenspüle.
Für wen geeignet?
Der Waterdrop 10UA eignet sich für Haushalte, die zu einem günstigen Preis präventiv PFAS, PFOA/PFOS, Blei, Chlor reduzieren möchten und eine kompakte Lösung direkt am vorhandenen Küchenhahn suchen. Er kann auch für Familien interessant sein, die überwiegend Leitungswasser trinken und ein einfach zu wartendes System ohne zusätzlichen Wasserhahn bevorzugen.
Weniger geeignet ist er für Personen, die eine plastikfreie Lösung suchen oder gezielt kontaminiertes Wasser durch z.B. PFAS, Arzneimittel, Hormone, Pestizide oder andere gesundheitlich relevante Stoffe entfernen möchten. Für solche Anforderungen sollten nur Systeme gewählt werden, deren produktspezifische Zertifizierung genau die betreffenden Stoffe und die vorgesehene Durchflussmenge abdeckt.
Wer keine Auffälligkeiten beim Geschmack feststellt und laut lokaler Wasserversorgung einwandfreies Trinkwasser erhält, braucht nicht automatisch einen zusätzlichen Filter.
Unser Fazit
Wir würden den Waterdrop 10UA nochmals kaufen und verwenden ihn nach drei Jahren weiterhin. Der einfache Kartuschenwechsel, der alltagstaugliche Wasserdruck und die für uns vertretbaren Kosten überzeugen.
Trotzdem bewerten wir das System nur als Kompromiss. Die regelmässig zu ersetzende Kartusche besteht weitgehend aus Kunststoff, und wir können ohne Wasseranalyse nicht beurteilen, welche Stoffe bei uns tatsächlich reduziert werden. Ein Wasserfilter kann trotz guter Wasserqualität sinnvoll sein, wenn er ein konkretes Problem löst oder als bewusst gewählte zusätzliche Filterstufe dient. Eine pauschale gesundheitliche Notwendigkeit lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.
Quellen und Stand
Eigene Alltagserfahrung von Vanessa und Philipp über drei Jahre
Waterdrop: Produktinformationen zum Waterdrop 10UANSF: Bedeutung der Standards NSF/ANSI 42, 53 und 401
Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen: Trinkwasser in der Schweiz
SVGW: Fragen und Antworten zum Schweizer Trinkwasser