Reinigung und Haushalt

Outdoor- und Regenkleidung: PFAS vermeiden, Funktion behalten

Outdoor- und Regenkleidung: PFAS vermeiden, Funktion behalten

Kurzfazit

Outdoor- und Regenkleidung besteht meistens aus Kunstfasern. Für Reissfestigkeit, geringes Gewicht und zuverlässigen Wetterschutz gibt es bisher nur wenige gleichwertige plastikfreie Alternativen. Weglassen sollte man die Kleidung deshalb nicht – trocken und warm zu bleiben ist wichtiger. Der sinnvollste Hebel liegt bei einer langen Nutzung, einer guten Pflege und einer ausdrücklich PFAS-freien Imprägnierung.

Warum Outdoor- und Regenkleidung problematisch sein kann

Polyester und Polyamid sind leicht, strapazierfähig und trocknen schnell. Genau deshalb werden sie bei Outdoorhosen, Regenjacken und Funktionskleidung besonders häufig eingesetzt.

Als Kunstfasern können sie beim Tragen und Waschen jedoch Kunststofffasern freisetzen. Hinzu kommen Membranen, Beschichtungen und Imprägnierungen, deren Zusammensetzung von aussen kaum erkennbar ist.

Eine leistungsfähige, vollständig plastikfreie Regenjacke ist weiterhin schwer zu finden. Für längere Aufenthalte bei starkem Regen sind Kunstfasern deshalb oft ein sinnvoller Kompromiss.

Mehr dazu: Kunstfaserkleidung – Polyester, Fleece und Mikroplastik

Membran und Imprägnierung sind nicht dasselbe

Bei einer Regenjacke übernimmt meistens eine Membran oder Beschichtung den eigentlichen Schutz vor eindringendem Wasser. Die Imprägnierung befindet sich auf dem Aussengewebe und sorgt dafür, dass Tropfen abperlen.

Lässt die Imprägnierung nach, saugt sich der Oberstoff mit Wasser voll. Die Jacke kann sich dann kalt und klamm anfühlen und schlechter atmen, obwohl die Membran noch dicht ist.

Eine nachlassende Abperlung bedeutet deshalb nicht automatisch, dass eine neue Jacke benötigt wird. Häufig lässt sich der Schutz durch richtige Reinigung, Wärmebehandlung oder eine sparsame Nachimprägnierung wiederherstellen.

Weshalb PFAS in Imprägnierungen problematisch sind

PFAS sind per- und polyfluorierte Alkylverbindungen. Die Stoffgruppe umfasst mehrere Tausend verschiedene Chemikalien. Sie wurden lange eingesetzt, weil sie Wasser, Fett und Schmutz besonders zuverlässig abweisen.

Viele PFAS sind extrem langlebig und werden deshalb als Ewigkeitschemikalien bezeichnet. Bestimmte Vertreter sind zudem mobil, können sich in Menschen und Tieren anreichern und stehen mit gesundheitlichen Auswirkungen auf das Immunsystem, den Stoffwechsel, die Leber und die Fortpflanzung in Verbindung.

Nicht jeder Stoff aus dieser grossen Gruppe besitzt dieselben Eigenschaften. Die hohe Beständigkeit der PFAS-Gruppe ist jedoch ein grundsätzliches Problem: Was bei der Herstellung, beim Waschen oder durch Abrieb freigesetzt wird, verschwindet nicht einfach wieder.

PFAS wurden inzwischen weltweit nachgewiesen. Selbst in Schneeproben und einem Eiskern aus der Antarktis fanden Forschende verschiedene Vertreter dieser Stoffgruppe. Bereits vorhandene Belastungen vollständig aus Böden und Gewässern zu entfernen, ist technisch sehr aufwendig und vielerorts noch ungelöst.

Muss ich meine Outdoor-Kleidung ersetzen?

Nein. Eine funktionierende Regenjacke oder Outdoorhose sollte nicht allein wegen eines möglichen Kunstfaser- oder PFAS-Anteils entsorgt werden. Ihre möglichst lange Nutzung verhindert einen unnötigen Neukauf.

Ersetzen würden wir ein Kleidungsstück erst, wenn:

  • die Membran dauerhaft undicht ist
  • sich eine Beschichtung sichtbar ablöst
  • das Material stark beschädigt ist
  • eine Reparatur nicht mehr sinnvoll möglich ist
  • ohnehin ein neues Kleidungsstück benötigt wird

Beim Neukauf lohnt sich eine klare Herstellerangabe wie «PFAS-frei» oder «ohne absichtlich zugesetzte PFAS». Die ältere Bezeichnung «PFC-frei» ist weniger eindeutig und sollte im Zweifelsfall beim Hersteller hinterfragt werden.

Welche Alternativen sind sinnvoll?

Für leichten Regen und weniger anspruchsvolle Einsätze können dicht gewebte Baumwolle, gewachste Baumwolle oder Wolle ausreichen. Diese Materialien sind jedoch meistens schwerer, trocknen langsamer und bieten bei lang anhaltendem Regen nicht denselben Schutz wie moderne Regenbekleidung.

Bei anspruchsvollen Outdooraktivitäten bleibt hochwertige Kunstfaserkleidung deshalb oft die praktischste Lösung. Wichtig sind:

  • robuste und reparierbare Verarbeitung
  • eine PFAS-freie Membran und Imprägnierung
  • möglichst wenige unnötige Beschichtungen
  • passende Funktion statt übertriebener Ausstattung
  • lange Nutzung und sorgfältige Pflege

Richtig pflegen und sparsam imprägnieren

Eine Imprägnierung sollte erst erneuert werden, wenn Wasser nicht mehr zuverlässig abperlt. Vorher lohnt sich der Blick auf das Pflegeetikett. Bei manchen Kleidungsstücken lässt sich die vorhandene Imprägnierung durch kontrollierte Wärme im Tumbler oder mit dem Bügeleisen reaktivieren.

Dabei gelten immer die Pflegehinweise des Herstellers. Weichspüler sollte bei Membranbekleidung vermieden werden, da er die Funktion beeinträchtigen kann.

Beim Aufsprühen einer neuen Imprägnierung:

  • nur die saubere Aussenseite behandeln
  • sparsam und gleichmässig dosieren
  • möglichst im Freien oder sehr gut belüftet arbeiten
  • Sprühnebel nicht einatmen
  • Kinder während der Anwendung fernhalten
  • das Kleidungsstück vollständig trocknen und auslüften lassen

Auch eine PFAS-freie Imprägnierung sollte nicht häufiger als notwendig verwendet werden.

Umwelt & Gesundheit

Imprägnierungen nutzen sich durch Reibung, Wetter und Waschen ab. Ihre Bestandteile können dadurch in Abwasser, Hausstaub und Umwelt gelangen. Die Anwendung einer PFAS-freien Imprägnierung verhindert nicht jede Umweltbelastung, vermeidet aber eine besonders langlebige und problematische Stoffgruppe.

PFAS wurden auch im menschlichen Körper nachgewiesen. Das bedeutet nicht, dass das gelegentliche Tragen einer einzelnen Regenjacke automatisch krank macht. Die Belastung stammt aus vielen unterschiedlichen Quellen. Gerade deshalb ist es sinnvoll, vermeidbare PFAS-Anwendungen schrittweise zu reduzieren.

Unsere Erfahrungen im Alltag

Bei Outdoorhosen verwenden wir weiterhin Modelle aus Polyamid. Baumwollhosen haben wir ausprobiert, sie sind für denselben Schutz und dieselbe Reissfestigkeit jedoch deutlich schwerer und dicker. Eine vollkommen plastikfreie Alternative, die uns funktionell überzeugt, haben wir bisher nicht gefunden.

Regenjacken bestehen bei uns ebenfalls weiterhin aus Kunstfasern. Entscheidend ist für uns, dass sie zuverlässig schützen, möglichst lange halten und nicht vorschnell ersetzt werden.

Zum Auffrischen des Nässeschutzes verwenden wir TOKO Eco Textile Proof. Mit seiner Wirkung auf synthetischen Textilien sind wir sehr zufrieden. In einem Labortest von SRF «Kassensturz» und Testex wurden im Produkt keine PFAS nachgewiesen. Es erreichte gleichzeitig die beste Gesamtbewertung des Tests.

Produkt: TOKO Eco Textile Proof

Testdauer: 1 Jahr

Bewertung: ✓ Im Alltag bewährt

Produktlink: TOKO Eco Textile Proof ansehen

Vorteile

  • im unabhängigen Test keine PFAS nachgewiesen
  • gute Wirkung auf synthetischen Textilien
  • für atmungsaktive Membrangewebe geeignet
  • Pumpspray ohne Treibgas
  • vorhandene Kleidung kann länger genutzt werden

Nachteile

  • weiterhin eine chemische Imprägnierung
  • Kunststoffflasche und Sprühkopf
  • Sprühnebel darf nicht eingeatmet werden
  • laut Sicherheitsdatenblatt leicht entzündlich
  • kann die Augen reizen
  • für rohes Leder weniger geeignet

Fazit

Outdoor- und Regenkleidung ist einer der Bereiche, in denen Kunststoff derzeit nur schwer vollständig vermieden werden kann. Funktionierende Kleidung sollte deshalb lange genutzt, gepflegt und repariert werden. Beim Neukauf achten wir besonders auf eine PFAS-freie Ausrüstung. TOKO Eco Textile Proof ist für uns eine bewährte Möglichkeit, den Nässeschutz bestehender Kleidung ohne nachweisbare PFAS aufzufrischen.

Quellen und Stand

Stand der Prüfung: September 2026

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