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Make-up: Warum Herkunft und Inhaltsstoffe wichtiger als der Preis sind

Make-up: Warum Herkunft und Inhaltsstoffe wichtiger als der Preis sind

Kurzfazit

Make-up muss nicht verteufelt werden. Gerade Jugendliche möchten sich ausprobieren, und für viele Erwachsene gehört Schminken zum Alltag.

Entscheidend sind eine nachvollziehbare Herkunft, eine vollständige Inhaltsstoffliste und die richtige Anwendung. Besondere Aufmerksamkeit verdienen talkhaltige Puder, Lippenprodukte und Augen-Make-up. Teuer bedeutet dabei nicht automatisch sicher. Wichtiger ist, dass das Produkt für den europäischen oder Schweizer Markt vorgesehen ist und von einem seriösen Händler stammt.

Warum kann Make-up problematisch sein?

Make-up muss gut haften, gleichmässig färben und teilweise Wasser, Schweiss oder Reibung widerstehen. Dafür werden Farbpigmente, Konservierungsstoffe, Duftstoffe, Silikone und filmbildende Substanzen eingesetzt.

Nicht alle diese Stoffe sind problematisch. Je mehr Produkte täglich verwendet werden, desto grösser wird jedoch der gesamte Kontakt mit den unterschiedlichen Inhaltsstoffen.

Wasserfestes Make-up ist nicht automatisch gefährlich. Es enthält aber häufig besonders haftende Filmbildner und muss intensiver entfernt werden. Im Alltag lohnt es sich deshalb, wasserfeste Produkte nur bei wirklichem Bedarf zu verwenden.

Können hormonaktive Stoffe enthalten sein?

Bestimmte Kosmetikinhaltsstoffe werden aufgrund möglicher hormoneller Wirkungen wissenschaftlich untersucht. Dazu gehören einzelne Konservierungsstoffe, UV-Filter und weitere Stoffgruppen.

Eine hormonelle Aktivität im Labor bedeutet nicht automatisch, dass ein zugelassenes Produkt bei normaler Verwendung die Entwicklung schädigt. Entscheidend sind die Substanz, ihre Konzentration, die aufgenommene Menge und die Häufigkeit der Anwendung.

Gerade bei Jugendlichen finden wir es dennoch sinnvoll:

  • nur wenige Produkte zu verwenden
  • Make-up dünn aufzutragen
  • unnötige Duftstoffe zu vermeiden
  • wasserfeste Produkte nur bei Bedarf zu benutzen
  • Make-up am Abend vollständig zu entfernen
  • Produkte mit unklarer Herkunft zu meiden

Wie gross ist das Asbestrisiko bei Puder?

Nicht jedes Mineralpuder kann Asbest enthalten. Relevant ist vor allem Talk, der auf der Inhaltsstoffliste als „Talc“ bezeichnet wird.

Talk und Asbest sind natürlich vorkommende Mineralien, die in bestimmten Lagerstätten nah beieinander liegen können. Asbest wird dem Puder nicht absichtlich zugesetzt und ist in Kosmetik verboten. Bei unzureichender Auswahl und Kontrolle des Rohstoffs kann Talk jedoch verunreinigt sein.

In der Vergangenheit wurden bei behördlichen Untersuchungen einzelne talkhaltige Kosmetikprodukte mit Asbestfasern gefunden. Bei einer Untersuchung der amerikanischen FDA aus dem Jahr 2023 wurde dagegen in keiner der 50 geprüften Proben Asbest nachgewiesen.

Wir würden deshalb:

  • Puder von nachvollziehbaren Herstellern kaufen
  • Produkte ohne vollständige Angaben meiden
  • losen Puder nicht einatmen
  • beim Auftragen keine Staubwolke erzeugen
  • bei Kindern möglichst auf losen Puder verzichten
  • bei Unsicherheit ein talkfreies Produkt wählen

Auch talkfreier Mineralpuder sollte nicht eingeatmet werden.

Ist teures Make-up automatisch sicherer?

Nein. Der Preis ist kein zuverlässiges Sicherheitsmerkmal. Auch ein günstiges Produkt eines bekannten Händlers kann alle gesetzlichen Anforderungen erfüllen.

Besonders vorsichtig wären wir bei sehr günstigen Direktimporten über internationale Online-Marktplätze. Wenn ein Produkt nicht für den europäischen oder Schweizer Markt vorgesehen ist, können Kennzeichnung, Rückverfolgbarkeit und behördliche Kontrolle fehlen.

Das Herstellungsland allein sagt wenig aus. Auch in China werden einwandfreie Produkte für bekannte Marken produziert. Problematisch ist nicht automatisch das Herkunftsland, sondern ein nicht nachvollziehbarer Vertriebsweg.

Besondere Vorsicht bei Lippenprodukten

Lippenstift, Lipgloss und Lippenpflege sitzen direkt am Mund. Kleine Mengen werden beim Essen, Trinken oder Ablecken zwangsläufig aufgenommen. Diese vorhersehbare Aufnahme muss bei regulär verkauften Lippenprodukten in der Sicherheitsbewertung berücksichtigt werden.

Trotzdem würden wir Lippenprodukte besonders bewusst auswählen:

  • Produkte mit vollständiger Deklaration kaufen
  • möglichst auf unnötige Duftstoffe verzichten
  • Lippenprodukte nicht miteinander teilen
  • bei verändertem Geruch oder Aussehen entsorgen
  • bei kleinen Kindern möglichst keinen Lippenstift verwenden
  • bei Jugendlichen wenige, gut ausgewählte Produkte kaufen

Eine einfache Lippenpflege schützt vor dem Austrocknen. Bei Sonne ist dagegen ein Lippenpflegestift mit mindestens LSF 30 sinnvoll. Er muss ausreichend und regelmässig neu aufgetragen werden, besonders nach dem Essen, Trinken, Schwimmen oder Ablecken der Lippen.

Ist Eyeliner ein guter Kompromiss?

Wer sich schminken möchte, kann mit wenigen ausgewählten Produkten beginnen. Ein Eyeliner ist jedoch nicht automatisch unkritisch. Er wird unmittelbar am Auge verwendet und kann bei falscher Anwendung Reizungen, Verletzungen oder Infektionen verursachen.

Mascara sollte regelmässig ersetzt werden. Die FDA empfiehlt, eine geöffnete Mascara nach ungefähr drei Monaten zu entsorgen.

Nagellack kann für Jugendliche ebenfalls eine Möglichkeit sein, sich auszuprobieren. Er besitzt jedoch eigene Material- und Gesundheitsaspekte.

Interner Link: [Zum Beitrag über Nagellack]

Warum ist Abschminken wichtig?

Make-up sollte vor dem Schlafengehen vollständig entfernt werden. Dabei geht es nicht um eine angebliche Entgiftung, sondern um die Vermeidung von Hautreizungen, verstopften Poren und Ablagerungen am Augenrand.

Zum Abschminken reicht ein mildes Produkt (manchmal sogar einfach reines Jojobaöl und ein Wattepad), das ohne starkes Reiben funktioniert. Wiederverwendbare Abschminkpads reduzieren Abfall, müssen aber nach jeder Verwendung gründlich gewaschen und vollständig getrocknet werden.

Umwelt & Gesundheit

Make-up verursacht durch kleine Kunststoffbehälter, Paletten, Applikatoren und Verbundverpackungen viel Abfall. Einige Produkte enthalten zudem synthetische Polymere als Filmbildner. Nicht jedes Polymer ist automatisch Mikroplastik, doch die vielen schwer recycelbaren Verpackungen bleiben ein Umweltproblem.

Sinnvoll ist deshalb:

  • wenige Produkte gezielt auswählen
  • Produkte vollständig aufbrauchen
  • keine grossen Sammlungen für kurze Trends kaufen
  • nachfüllbare Systeme bevorzugen
  • Applikatoren und Pinsel lange verwenden
  • unnötige Einwegprodukte vermeiden

Muss ich mein Make-up sofort ersetzen?

Nein. Wenn du ein Produkt gut verträgst, es korrekt gekennzeichnet ist und von einem seriösen Händler stammt, kannst du es weiterverwenden.

Unsere Auswahl im Alltag

Produkt: lavera Soft Eyeliner

Farbton: Black 01

Testdauer: mehrere Monate

Bewertung: ✓ Sehr gute Inhaltsstoffauswahl

Produktlink: [lavera Soft Eyeliner ansehen]

Der lavera Soft Eyeliner besitzt eine kurze und übersichtliche Zusammensetzung. Seine Basis bilden Jojobaöl, Pflanzenöle, Sheabutter und Pflanzenwachse. Die schwarze Variante enthält Glimmer und Eisenoxide als Pigmente.

Sie kommt ohne Duftstoffe, Talk, Silikone, Mineralöl und erkennbare hormonaktive Stoffe aus. Das ist für ein Produkt in unmittelbarer Nähe der Augen eine sehr gute Zusammensetzung.

Produkt: benecos Natural Kajal Black

Testdauer: mehrere Monate

Bewertung: ✓ Sehr gute Inhaltsstoffauswahl

Produktlink: [benecos Natural Kajal Black ansehen]

Auch der schwarze Natural Kajal von benecos basiert auf Jojobaöl, Wiesenschaumkrautöl, Mangoöl, Macadamiaöl und Pflanzenwachsen. Für die Farbe werden Glimmer und schwarzes Eisenoxid verwendet.

Der Kajal enthält keinen Talk, keine Silikone, kein Mineralöl und keine erkennbaren hormonaktiven Stoffe. In der geprüften schwarzen Variante sind auch keine Duftstoffe aufgeführt.

Produkt: SO’BiO étic Rouge à Lèvres Jumbo Mat & Color

Farbton: Bordeauxrot

Testdauer: mehrere Monate

Bewertung: ✓ Sehr gute Inhaltsstoffauswahl

Produktlink: [SO’BiO étic Jumbo-Lippenstift ansehen]

Der Lippenstift von SO’BiO étic besteht überwiegend aus Rizinusöl, Squalan, Pflanzenwachsen, Jojobaöl, Vitamin E und Bisabolol. Die Farbe stammt aus mineralischen Pigmenten wie Eisenoxiden, Glimmer und Titandioxid.

Er enthält keine Duftstoffe, Silikone, Talk oder auffälligen hormonaktiven Inhaltsstoffe. Laut Hersteller sind sämtliche Bestandteile natürlichen Ursprungs. Die Rezeptur ist nach dem COSMOS-Organic-Standard zertifiziert.

Produkt: Jean & Len Sensitiver Lip Balm

Testdauer: 1 Jahr

Bewertung: ✓ Sehr gute tägliche Lippenpflege

Produktlink: [Jean & Len Sensitiver Lip Balm ansehen]

Der sensitive Lip Balm von Jean & Len ist für die tägliche Pflege trockener Lippen sehr gut zusammengesetzt. Er enthält Kokosöl, Olivenöl, Sheabutter, Jojobaöl, Mandelöl, Squalan, Pflanzenwachse und Vitamin E.

Die Rezeptur kommt ohne Parfum, Mineralöl, Silikone, Farbstoffe und erkennbare hormonaktive Stoffe aus. Benzylalkohol ist laut Deklaration lediglich ein natürlicher Bestandteil des verwendeten Candelillawachses.

Der Stift schützt vor dem Austrocknen, besitzt aber keinen Lichtschutzfaktor. Für den Aufenthalt in der Sonne verwenden wir deshalb eine zusätzliche Lippenpflege mit UV-Schutz.

Produkt: Sebamed schützende Lippenpflege LSF 30

Testdauer: mehrere Monate

Bewertung: ✓ Sinnvoller UV-Schutz mit kleinem Kompromiss

Produktlink: [Sebamed Lippenpflege LSF 30 ansehen]

Die schützende Lippenpflege von Sebamed kombiniert pflegende Öle und Wachse mit Lichtschutzfaktor 30. Sie verwendet moderne organische UV-Filter, die gemeinsam vor UVA- und UVB-Strahlung schützen.

Positiv ist, dass die Rezeptur ohne Octocrylen, Oxybenzon, Homosalat und Octinoxat auskommt. Die verwendeten UV-Filter sind für Kosmetikprodukte in der EU zugelassen.

Ein kleiner Nachteil sind Parfum und Vanillin. Für Menschen mit einer Duftstoffallergie oder sehr empfindlichen Lippen ist der Stift deshalb möglicherweise nicht ideal. Wenn er gut vertragen wird, ist er für den Aufenthalt im Freien dennoch eine sinnvolle Ergänzung.

Ein Lippenpflegestift erreicht den angegebenen Schutz nur, wenn genügend Produkt aufgetragen wird. Im Freien sollte der Schutz ungefähr alle zwei Stunden und nach dem Essen, Trinken, Schwimmen oder Ablecken erneuert werden.

Vorteile

  • übersichtliche und nachvollziehbare Rezepturen
  • Eyeliner und Kajal ohne Duftstoffe und Talk
  • SO’BiO étic Lippenstift ohne Parfum
  • Jean & Len eignet sich sehr gut für trockene Lippen
  • Sebamed bietet LSF 30
  • keine auffälligen hormonaktiven Stoffe
  • Produkte von nachvollziehbaren Herstellern
  • praktikable Auswahl für Jugendliche und Erwachsene

Nachteile

  • Verpackungen enthalten weiterhin Kunststoff
  • Farbpigmente können je nach Farbton abweichen
  • Augen-Make-up darf nicht geteilt werden
  • Lippenprodukte werden teilweise aufgenommen
  • Jean & Len besitzt keinen UV-Schutz
  • Sebamed enthält Parfum und Vanillin
  • Naturkosmetik verhindert keine individuelle Unverträglichkeit

Fazit

Make-up darf Freude machen und muss nicht grundsätzlich vermieden werden. Besonders bei Jugendlichen ist ein vernünftiger Kompromiss sinnvoll: wenige ausgewählte Produkte, eine nachvollziehbare Herkunft und konsequentes Abschminken.

Die von uns geprüften Produkte sind insgesamt sehr gut zusammengesetzt. Der lavera Soft Eyeliner, der benecos Natural Kajal Black und der SO’BiO étic Jumbo-Lippenstift verzichten auf viele unnötige Zusätze. Jean & Len eignet sich als einfache tägliche Lippenpflege, während der Sebamed-Stift bei Sonne den wichtigen Lichtschutzfaktor 30 ergänzt.

Quellen und Stand

Stand der Prüfung: September 2026

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