Backpapier und PFAS: Worauf wir beim Backen achten

Backpapier und PFAS: Worauf wir beim Backen achten

Kurzfazit

Backpapier ist praktisch, aber selten so harmlos und «natürlich», wie die Verpackung vermuten lässt. Fast alle Backpapiere sind beschichtet, meist mit Silikon. In einzelnen Produkten wurden zudem PFAS nachgewiesen. Wir verwenden ein silikonbeschichtetes Backpapier aus der dm-Eigenmarke. Sparsam einsetzen, mehrfach nutzen oder das Blech einfach einfetten hilft am meisten. Dauerbackfolien sind für uns keine bessere Alternative, weil viele davon aus PTFE bestehen, also selbst zu den PFAS gehören.

Getestetes Produkt

Produkt: dm Profissimo Backpapier Zuschnitte

Die Zuschnitte im Format 38 × 42 cm passen auf übliche Backbleche. Laut dm sind sie beidseitig mit Silikon beschichtet, bis 220 °C hitzebeständig und aus FSC-zertifiziertem Zellstoff. Angaben zu PFAS macht der Hersteller auf der Produktseite nicht.

Wichtig zu wissen: Auch dieses Backpapier ist nicht unbeschichtet. Die Silikonschicht sorgt dafür, dass nichts anklebt. Für uns ist das ein bewusster Kompromiss: Silikon enthält kein Fluor und gehört damit nicht zu den PFAS, die als «Ewigkeitschemikalien» gelten.

Darauf haben wir geachtet

  • Beschichtung: Silikon statt PFAS-Fluorverbindungen
  • Maximaltemperatur: bis 220 °C
  • Zellstoff: Frischfaser, FSC-zertifiziert
  • Wiederverwendung: nur bei sauberem, unbeschädigtem Papier
  • Entsorgung: Restmüll, nicht Altpapier oder Kompost
  • Alternativen: Einfetten, wiederverwendbare Matten nur mit bekanntem Material

Vorteile

  • Günstig und überall erhältlich
  • Praktische Zuschnitte ohne Schneiden
  • Klebt dank Silikonbeschichtung nicht an
  • Silikon statt PFAS: kein Fluor in der Beschichtung
  • Kann bei sauberer Nutzung mehrmals verwendet werden

Nachteile

  • Einwegprodukt mit Silikonbeschichtung
  • Keine Herstellerangabe zu PFAS
  • Gehört nach Gebrauch in den Restmüll
  • Nicht über 220 °C und nicht unter dem Grill verwenden

Umwelt & Gesundheit

ÖKO-TEST hat im Dezember 2025 19 Backpapiere untersucht. Viele schnitten gut ab, in einzelnen Produkten fand das Labor jedoch die PFAS-Verbindung 6:2-Fluortelomeralkohol.

PFHxA-Regeln: EU seit Oktober, Schweiz ab November 2026

Seit dem 10. Oktober 2026 dürfen Lebensmittelkontaktmaterialien aus Papier und Karton in der EU ab 25 ppb PFHxA und ihren Salzen beziehungsweise 1’000 ppb PFHxA-Vorläuferstoffen im homogenen Material grundsätzlich nicht mehr neu in Verkehr gebracht werden. Zuvor in Verkehr gebrachte Ware ist ausgenommen.

In der Schweiz endet die Übergangsfrist für die Herstellung und das Inverkehrbringen entsprechender Lebensmittelkontaktmaterialien aus Papier und Karton am 31. Oktober 2026. Ab dem 1. November dürfen diese Grenzwerte nicht überschritten werden.

Das ist eine Beschränkung dieser PFAS-Untergruppe, kein allgemeines PFAS-Verbot und keine Garantie für PFAS-freies Backpapier. Wer PFAS vermeiden möchte, fragt beim Hersteller nach sämtlichen absichtlich zugesetzten PFAS. Aus der Rechtslage allein ergibt sich auch kein Laborbefund für das von uns verwendete Produkt.

Silikon hat gegenüber PFAS-Beschichtungen einen klaren Vorteil: Es enthält kein Fluor, ist bis zur angegebenen Temperatur stabil und gehört nicht zu den PFAS, die sich in Umwelt und Körper über Jahrzehnte anreichern können. Ganz unproblematisch ist es trotzdem nicht. Der BUND weist darauf hin, dass Silikonverbindungen biologisch schwer abbaubar sind und sich etwa im Klärschlamm anreichern können. Deshalb gehört gebrauchtes Backpapier in den Restmüll. Auch als «kompostierbar» beworbenes Backpapier sollte laut ÖKO-TEST nicht auf den Kompost.

Dauerbackfolien bestehen häufig aus PTFE-beschichtetem Glasgewebe. PTFE ist selbst ein PFAS. Bei üblichen Backtemperaturen gilt es als unproblematisch, Herstellung und Entsorgung belasten aber die Umwelt. Silikonmatten sind eine weitere Möglichkeit, verlagern das Problem jedoch ebenfalls nur.

Mehr dazu: PFAS in der Pfanne: Warum deine Pfanne bedenklicher ist, als du denkst

Für wen geeignet?

Silikonbeschichtetes Backpapier passt für alle, die nicht vollständig darauf verzichten möchten, etwa bei klebrigen Teigen, Guetzli oder Ofengemüse. Wer es bewusst und mehrfach verwendet, reduziert den Verbrauch deutlich.

Für Kuchen, Brot und viele Bleche reicht oft Butter oder Öl. Wer möglichst wenig Einwegmaterial und keine PFAS möchte, fettet das Blech ein und verzichtet auch auf Dauerbackfolien aus PTFE.

Mehr dazu: Kochlöffel und Pfannenwender: Warum plastikfreies Kochbesteck die bessere Wahl ist

Unser Fazit

Ein komplett unbedenkliches Backpapier gibt es kaum. Wir verwenden ein silikonbeschichtetes Backpapier, weil Silikon für uns die bessere Wahl ist als PFAS, und der grösste Hebel liegt darin, es sparsam einzusetzen oder das Blech einzufetten. Wichtiger als die perfekte Marke ist für uns, keine PTFE-Dauerbackfolie einzusetzen, Backpapier nicht über die angegebene Temperatur zu erhitzen und es richtig im Restmüll zu entsorgen.

Quellen und Stand

PFHxA-Rechtsstand geprüft am 16. Oktober 2026. Übrige Angaben: Oktober 2026.

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